
Smart Home · Bodenpflege
Ein Saugroboter soll Arbeit abnehmen. Wie viel Unterstützung du im Alltag bekommst, hängt aber auch von seiner Station ab. Xiaomi zeigt mit dem S60 und S60+ zwei Varianten, die Saugen und Wischen verbinden. Wir ordnen die Herstellerangaben ein und erklären, für welchen Alltag sich die zusätzliche Absaugstation lohnt.
Die Gemeinsamkeiten der S60-Modelle
Xiaomi nennt für beide Modelle bis zu 28.000 Pascal Saugdruck, einen Akku mit 5.200 Milliamperestunden und eine Wischfunktion mit bis zu 15.000 Schwingungen pro Minute. Zur Orientierung dient Lasernavigation. Diese Zahlen sind Herstellerwerte unter bestimmten Testbedingungen. Sie zeigen die technische Auslegung, beantworten aber noch nicht, wie gründlich der Roboter deinen Teppich, die Fugen in deiner Küche oder Haare unter dem Sofa reinigt.
Für die Kaufentscheidung würden wir deshalb zuerst die Wohnung betrachten: Wie viel freie Bodenfläche gibt es, welche Teppiche liegen aus, und wo soll die Ladestation stehen? Miss besonders die Höhe unter niedrigen Möbeln. Eine hohe Saugleistungsangabe hilft wenig, wenn das Gerät nicht unter das Bett gelangt. Auch eine vorbereitete Fläche mit weniger losen Kabeln erleichtert den täglichen Einsatz. Das ist meist der sinnvollere erste Schritt als möglichst viele Funktionen gleichzeitig einzurichten.
Wie die Station die Wartung ändert
Der S60+ überträgt den Staubbehälterinhalt beim Andocken automatisch in einen vier Liter großen Staubbeutel. Xiaomi nennt für diesen bis zu 120 Tage und beschreibt die Station als 14,5 Zentimeter schmal. Die Beutellaufzeit hängt vom Schmutzaufkommen ab. Die S60-Basis ist auf Laden ausgelegt; den Staubbehälter entleerst du selbst. Eine automatische Staubentleerung ist zudem nicht dasselbe wie eine Station, die Wischpads selbstständig wäscht und trocknet.
Im Haushalt mit vielen Krümeln oder Tierhaaren kann das seltenere Entleeren angenehm sein. Trotzdem bleibt Pflege nötig: Kontrolliere Bürsten, Filter und Wischmaterial, statt die Station als vollständig wartungsfreie Lösung einzuplanen. Rechne auch den Nachkauf der Beutel in deinen Vergleich ein. Wenn du ohnehin nach jeder Fahrt kurz nach dem Roboter schaust, kann das einfachere Modell besser zu deinem Ablauf passen. Wer möglichst selten den Staubbehälter anfassen möchte, hat eher einen Grund für die Plus-Version.
Wischen und Räume passend planen
Über Xiaomi Home lassen sich Räume und Reinigungsbereiche verwalten; die Wassermenge ist in drei Stufen einstellbar. Für empfindliche Böden bleibt jedoch die Pflegeanleitung des Bodenherstellers maßgeblich. Plane die erste Fahrt als Beobachtung ein. Starte in einem überschaubaren Raum und kontrolliere, ob die Feuchtigkeit und das Reinigungsergebnis zu deinem Boden passen.
Achte insbesondere auf den Übergang zwischen Hartboden und Teppich. Lege fest, welche Bereiche beim Wischen ausgelassen werden sollen, und überprüfe die Wirkung deiner Einstellungen vor einer unbeaufsichtigten Fahrt. Eine gespeicherte Karte ist dabei ein Hilfsmittel, kein Ersatz für den Blick auf die tatsächliche Wohnung: Ein neuer Läufer, verschobene Stühle oder Spielzeug verändern die Strecke. Passe die Karte an, wenn sich die Einrichtung deutlich ändert.
Die passende Variante wählen
Vergleiche die konkreten Angebote als vollständiges Paket: Gerät, Station, Ersatzmaterial und verfügbarer Service. Verfügbarkeit und Preise in Deutschland sind gesondert zu prüfen; eine globale Produktseite bestätigt noch keinen Liefertermin für jeden Markt. Wir würden den Aufpreis an der eingesparten Handarbeit messen, statt allein an der größten technischen Zahl.
Der S60 ist vor allem interessant, wenn du den Staubbehälter regelmäßig selbst leeren kannst und einen einfachen Ablauf suchst. Der S60+ verdient einen genaueren Blick, wenn die automatische Entleerung eine wiederkehrende Aufgabe übernimmt. Halte vor dem Kauf drei Punkte fest: den vorgesehenen Stationsplatz, deine wichtigsten Bodenarten und die Wartung, die du weiterhin übernehmen möchtest. Damit wird aus dem Datenblatt eine Entscheidung, die zu deinem Zuhause passt.